Flaggen mit dem Schriftzug der CSU | Bildquelle: dpa

#kurzerklärt Warum ist die CSU im Bund so mächtig?

Stand: 15.06.2018 11:43 Uhr

Zu Hause in Bayern regiert die CSU seit Jahrzehnten unangefochten - und auch in der Bundespolitik ist sie ein gewichtiger Faktor. Stephan Lenhardt über die Gründe für den Einfluss fern der Heimat.

Von Stephan Lenhardt, SWR

Die CSU ist lediglich eine Regionalpartei aus Bayern - und doch so mächtig im Bund. Warum ist das so? Ganz einfach: Weil die CSU auf eine bayerische Sonderrolle pocht. Und weil die CDU diese Sonderrolle der Schwesterpartei bis heute akzeptiert.

kurzerklärt: Die Macht der CSU
15.06.2018

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Eine bayerische Regionalpartei

In ganz Deutschland steht bei Wahlen die Christlich Demokratische Union, kurz CDU, auf den Stimmzetteln. Außer in Bayern. Dort kandidiert kein CDU-Landesverband, sondern eine Regionalpartei: die CSU. Die Christlich-Soziale Union in Bayern ist damit eine Ausnahmeerscheinung in der deutschen Parteienlandschaft.

Organisatorisch und finanziell ist die CSU unabhängig. Parteivorsitzender der CSU ist Horst Seehofer. Die CDU führt Kanzlerin Angela Merkel. Gemeinsam haben die beiden Parteien lediglich die Jugendorganisation, die Junge Union. Auch wegen dieser Unabhängigkeit kann die CSU bayerische Interessen in der Bundespolitik effektiver vertreten als die abhängigen Landesverbände anderer Parteien.

Status einer Volkspartei

In ihrer Heimat ist die CSU sehr erfolgreich: Seit 60 Jahren stellt sie den Ministerpräsidenten. Seitdem hat sie im Landtag meist die absolute Mehrheit - zumindest nach Sitzen. Auch bei den vergangenen Bundestagswahlen kam rund jede fünfte Stimme der CDU/CSU in Deutschland aus Bayern. Mit 6,2 Prozent bundesweit lag die Regionalpartei, wie bei allen anderen Bundestagswahlen bislang auch, über der Fünf-Prozent-Hürde.

Hoher Organisationsgrad

Außerdem ist die CSU aufgrund ihrer Historie stark organisiert. Während sich Ende der 40er-Jahre christlich-konservative Parteien zur CDU zusammenschlossen, blieb die CSU stets selbstständig. Sie lehnte den gesamtdeutschen Führungsanspruch der CDU unter Konrad Adenauer ab. In den 50er-Jahren hatte sie Konkurrenz durch die Bayernpartei. Deshalb war sie frühzeitig gezwungen, einen schlagkräftigen Parteiapparat aufzubauen, um ihre potenziellen Wähler an sich zu binden. 

Bezogen auf die Zahl ihrer Wähler ist die CSU nicht nur die mitgliederstärkste Partei Bayerns, sondern laut Bundeszentrale für politische Bildung auch der ganzen Bundesrepublik. Allerdings sind auch ihre Mitgliederzahlen rückläufig.

Gemeinsame Fraktion - und oft Streit zwischen den Schwestern

Im Bundestag bilden CDU und CSU seit 1949 eine gemeinsame Fraktion, die sogenannte Unionsfraktion. Die bayrische Stärke spiegelte sich im vergangenen Bundeskabinett wider: Ein Drittel der Unionsminister kam von der CSU. Entsprechend selbstbewusst gibt sich die Partei: "Wir sind die Taktgeber in vielen Fragen und die Schrittmacher in Berlin", sagte Seehofer 2014 auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg. "Wir geben die Richtung vor, und wir gehen voran." In der Unionsfraktion gibt es eine eigenständige Gruppe mit den Abgeordneten der CSU, die CSU-Landesgruppe.

Doch das Verhältnis der Schwesterparteien ist oft belastet. Das zeigt aktuell die Debatte um eine Obergrenze bei Flüchtlingen. Oder vor fünf Jahren der Streit ums Betreuungsgeld. "Meine Partei würde ein Scheitern des Betreuungsgelds nicht hinnehmen und die Stimmen der CSU sind in dieser Koalition notwendig", sagte Seehofer einst. Und die Kanzlerin bekannte: "Ich war kein Fan des Betreuungsgeldes. Ehrlich gesagt hat es mir Edmund Stoiber abgepresst."

Einmal eskalierte es richtig: 1976 in Wildbad Kreuth kündigte die CSU die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU kurz auf. Die Trennung hielt nur knapp einen Monat. Doch seitdem ist der "Geist von Kreuth" bei jedem Streit ein geflügeltes Wort.

Trennung als Drohkulisse

Käme es tatsächlich zu einer Trennung, könnte die CSU im CDU-Revier antreten und dort bei Wahlen, also auch bei Landtagswahlen, der Schwesterpartei Stimmen abjagen. Umgekehrt könnte die CDU mit einem eigenen Landesverband in Bayern auf Stimmenfang gehen und so im bayrischen Landtag die absolute Mehrheit der CSU gefährden.

Der Kreuther Trennungsbeschluss 1976 war nicht zuletzt auch Ergebnis eines Machtkampfs zwischen Helmut Kohl und Franz-Josef Strauß. Auch weil Kohl seinerzeit drohte, einen bayrischen CDU-Landesverband zu gründen, wurde der Beschluss zurück genommen.    

Die CDU profitiert derzeit bei Bundestagswahlen also von vielen Stimmen aus Bayern. Ohne die derzeit 46 Abgeordneten aus Bayern hätte die CDU bei einer Großen Koalition keine Mehrheit. Im Gegenzug bekommt die CSU Einfluss in der Bundespolitik. Und deshalb bleibt die CSU in der Bundespolitik so mächtig.

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