Erika Steinbach | Bildquelle: dpa

Fake aus der Mottenkiste Steinbach verbreitet erneut falsches Zitat

Stand: 21.09.2018 14:46 Uhr

Erika Steinbach hat ein Fake-Zitat von Renate Künast verbreitet. Dabei hat die Grünen-Politikerin bereits vor Jahren klargestellt, dass sie den Satz 2010 so nicht gesagt hat.

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Christopher Bonnen, tagesschau.de

Von Christopher Bonnen, ARD-faktenfinder

Dass Türkisch lernende Deutsche der Beginn von Integration seien, hat Renate Künast nie gesagt. Trotzdem wurde diese Aussage der Grünen-Politikerin schon vor Jahren in den Mund gelegt.

Verbreitet wurde das Fake-Zitat vor allem in rechten Kreisen, zuletzt von Erika Steinbach. Sie twitterte das falsche Künast-Zitat am 19. September 2018.

Steinbach ist die ehemalige Präsidentin des Vertriebenenbundes. Sie kehrte 2017 der CDU den Rücken - aus Protest gegen die deutsche Flüchtlingspolitik. Inzwischen unterstützt Steinbach die AfD und sitzt bei deren parteinaher Stiftung im Vorstand.

Die angebliche Künast-Aussage ist nicht der erste Fall, bei dem Steinbach falsche Zitate von Grünen verbreitet.

Steinbachs Tweet mit dem Fake-Zitat von Künast.

Fake schon vor drei Jahren bekannt

Dabei hatte Künast bereits 2015 ihre angebliche Aufforderung, Deutsche sollten Türkisch lernen, klargestellt. In einem Facebook-Post sprach sie damals von einer "Kampagne". Der betreffende Satz sei eigentlich gewesen: "Integration fängt damit an, dass Sie als Deutscher sich ihren Namen mal merken."

Diese Aussage ist nochmals fünf Jahre älter. Künast war 2010 in der ARD-Talkshow "Beckmann" zu Gast. In der Sendung richtete Künast diese Worte an Thilo Sarrazin, der trotz mehrfacher Hinweise und Hilfestellungen den Namen der CDU-Politikerin Aygül Özkan wiederholt falsch aussprach.

Künast hatte schon 2015 via Facebook auf das falsche Zitat reagiert.

"Nicht vergessen..."

Ungeachtet dessen verbreitet noch acht Jahre nach der Sendung Erika Steinbach ein Fake-Zitat von Künast. Steinbach überschreibt es mit dem Hinweis "Nicht vergessen...", doch sie selbst vergisst offenbar: Ihr Tweet unterstellt Künast eine Aussage, die es so nie gab.

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