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Wagenknechts "Aufstehen" 100.000 Gründungsmitglieder?

Stand: 04.09.2018 18:10 Uhr

Mehr als 100.000 Menschen seien "Gründungsmitglieder" bei "Aufstehen". Das verkündete Sahra Wagenknecht. Wie diese Zahl zustande kommt, ist aber unklar.

Von Patrick Gensing, ARD-faktenfinder

Bei der selbst ernannten linken Sammlungsbewegung soll es bereits mehr als 100.000 "Gründungsmitglieder" geben. Das sagte Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht auf einer Pressekonferenz in Berlin. Eine Zahl, die beachtlich klingt. Wie diese aber zustande kommt, ist undurchsichtig.

Wagenknecht zu "Gründungsmitgliedern" bei Aufstehen
04.09.2018

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Grüne, Linke und FDP haben rund 63.000 Mitglieder, die AfD etwa 27.500. Aufstehen hätte somit auf einen Schlag mehr Mitglieder als Linke und AfD zusammen.

Immer wieder Erfolgsmeldungen

Schon seit Wochen verkünden die Initiatoren von "Aufstehen" Erfolgsmeldungen: Am 6. August hatte der frühere Linken-Chef Oskar Lafontaine erklärt, innerhalb der ersten 24 Stunden habe es bereits mehr als 30.000 Anmeldungen gegeben. "Wir sind mit dem Echo auf den Start im Internet sehr zufrieden", hob er hervor.

Wenig später sprach Wagenknecht von 50.000 Menschen, die sich auf der Seite Aufstehen.de angemeldet hätten. Vor einer Woche sollen es dann etwa 85.000 gewesen sein.

Anmeldung bei Newsletterdienst

Allerdings gab es bis Mitte August auf Aufstehen.de lediglich die Möglichkeit, sich über den Newsletterdienst "Cleverreach" anzumelden. Interessierte sollten den Vor- und Nachnamen sowie eine E-Mail-Adresse angeben. Zwar lautete die Überschrift: "Werde Teil der Bewegung!" - dennoch ist es wahrscheinlich, dass sich beispielsweise Journalisten und andere Interessierte dort angemeldet haben, um Newsletter und so aktuelle Informationen zu erhalten. Fragwürdig ist, ob all diese Menschen tatsächlich auch Gründungsmitglieder sind. Wagenknecht räumte auf Nachfrage ein, es sei nicht möglich gewesen, die Echtheit der angemeldeten Namen zu überprüfen.

Zunächst war nur eine Anmeldung bei einem Newsletterdienst auf Aufstehen.de möglich.

Mittlerweile können Interessierte angeben, ob sie wirklich Unterstützer sind.

Mittlerweile ist es möglich, sich auf der Website einzutragen und zu differenzieren, ob man nur Informationen haben möchte oder tatsächlich ein Unterstützer ist. Dabei werden nun auch Informationen wie Wohnort und Interessen abgefragt.

Unklar bleibt aber, ob die registrierten Unterstützer nun Mitglieder von "Aufstehen Trägerverein Sammlungsbewegung e.V." werden sollen. Der am 30. August 2018 beim Amtsgericht Charlottenburg eingetragene Verein soll offenkundig als Organisation der Bewegung fungieren.

Auf Facebook deutlich schwächer als Parteien

Bei Facebook hat "Aufstehen" derzeit knapp 40.000 Likes gesammelt, auf Twitter etwa 12.400 Follower, bei Instagram sind es 6261 Abonnenten.

Die Linke kommt auf Facebook hingegen auf 252.000 Likes, die Grünen auf 180.000, die FDP auf 147.000 und die AfD sogar auf 419.000 Likes.

Eine Anfrage, wie die Zahl von angeblich mehr als 101.000 Gründungsmitgliedern genau zustande kommt, ist an "Aufstehen e.V." gestellt worden. Eine Antwort steht noch aus. Gegenüber tagesschau24 erklärte "Aufstehen"-Mitinitiator Oskar Lafontaine, die Zahl beziehe sich auf die Zahl der Newsletter-Abonnenten, die überprüft sowie angeschrieben worden seien und geantwortet hätten, dass sie mitmachen wollen.

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