Die Silhouette einer Frau vor den App-Symbolen von Socialmedia Apps. | Bildquelle: picture alliance / dpa Themendie

Kampagne im Netz Mit Social Bots gegen den Migrationspakt?

Stand: 11.12.2018 08:19 Uhr

Die Kampagne gegen den UN-Migrationspakt ist in sozialen Netzwerken offenbar durch den Einsatz von Social Bots unterstützt worden. Die Programme sollen wie Menschen wirken und so Diskussionen manipulieren.

Vor der geplanten Verabschiedung des UN-Migrationspakts haben Recherchen eines Berliner Startup-Unternehmens zufolge zahlreiche Social Bots im Internet Stimmung gegen die internationale Übereinkunft gemacht. Laut der Analyse der Firma Botswatch sind mehr als ein Viertel aller Tweets zum Migrationspakt (28 Prozent) auf Social Bots zurückzuführen, wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtet. Den Analysten zufolge liegt der Durchschnitt bei politischen Diskussionen sonst etwa bei zehn bis 15 Prozent.

Social Bots sind in sozialen Netzwerken agierende Computerprogramme, die sich als reale Menschen ausgeben.

800.000 Tweets untersucht

Für ihre Studie zum Migrationspakt habe Botswatch rund 800.000 Tweets untersucht, die zwischen dem 24. November und dem 2. Dezember veröffentlicht wurden. Gestreut worden seien zum Beispiel Behauptungen, wonach die Bundesregierung versuche, die Öffentlichkeit beim Migrationspakt bewusst zu täuschen: Das Abkommen sei rechtlich bindend, damit hole die Regierung Flüchtlinge bewusst nach Deutschland.

Wichtig für die Verbreitung der Inhalte seien neben Twitter auch Plattformen wie YouTube. Auf mögliche Hintermänner der Social Bots gehe die Analyse nicht ein. Allerdings zeige die Analyse, dass die Bots im Umfeld von AfD-Konten agierten: So erstellte Botswatch eine Grafik mit einer Netzwerkwolke. Daraus lasse sich erkennen, wie stark die Debatte von der AfD getrieben sei, berichtete "Die Welt".

Tutorial: Social Bots erkennen

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Zweifel an den Zahlen

Social-Media-Experten wiesen allerdings darauf hin, dass nicht bekannt sei, welche Kriterien Botswatch für die Identifikation von automatisierten Konten benutzt hat. Erfahrungsgemäß sei es kompliziert, Bots zu erkennen, schrieb der Analyst Luca Hammer. Programme, die Social Bots erkennen sollen, lägen oft falsch. Vielmehr müsse man analysieren, wie einzelne Konten agierten, wie sie auf Anfragen reagieren und vieles mehr. Für eine sehr große Zahl von Accounts sei das kaum zu leisten.

Zudem belegten andere Programme, wie beispielsweise Hoaxy, keineswegs, dass die Diskussion durch Social Bots angefacht worden sei.

Botswatch verwies auf Anfrage des ARD-faktenfinder zur Methodik der Erhebung auf die Website des Unternehmens, wo das Vorgehen erklärt sei. Nach welchen Kriterien Social Bots definiert werden, geht daraus aber nicht konkret hervor.

Von rechten US-Medien in die Weltpolitik

Gegen das UN-Abkommen hatten zunächst rechte US-Medien Stimmung gemacht. Nachdem Präsident Donald Trump dann erklärt hatte, dass die USA den Pakt nicht mehr unterstütze, begann auch die Diskussion in Europa. In Deutschland thematisierte vor allem die AfD den Pakt und richtete eine Kampagnenseite dagegen ein.

164 Staaten nahmen den UN-Migrationspakt in Marrakesch an. Mehrere europäische Staaten und die USA unterstützen das Abkommen hingegen nicht. 

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