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#kurzerklärt Warum gibt es Zölle?

Stand: 19.07.2018 12:09 Uhr

Zölle sind ein wichtiges Instrument der Außenhandelspolitik. Sie machen Importe teurer und schützen so heimische Unternehmen. Die Statistik zeigt: Die EU ist protektionistischer als die USA.

Von Julia Henninger, SWR

Wer gerne Erdnussbutter isst, wird vielleicht bald mehr für sein Erdnussbutterglas zahlen müssen. Das ist die Folge einer Kettenreaktion von Zoll-Erhöhungen, die gerade im Gange ist. Doch neben diesen aktuellen Zoll-Erhöhungen werden Zölle auch generell im Außenhandel erhoben.

Julia Henninger | Bildquelle: SWR/Alexander Kluge Logo SWR
Julia Henninger, SWR

Zölle machen Waren aus dem Ausland teurer. Damit soll vor allem die einheimische Wirtschaft vor ausländischer Konkurrenz geschützt werden. Zölle sind somit eine Form von Protektionismus.

Demgegenüber steht die Idee vom freien Welthandel, von einer Welt ohne Zölle. Befürworter des freien Welthandels sind überzeugt: Wenn Im- und Exporte erleichtert werden, wird die Wirtschaft angekurbelt und damit nimmt auch der Wohlstand zu.

WTO will Zölle abbauen

Die Welthandelsorganisation (WTO) mit Sitz in Genf hat 164 Mitglieder. Sie hat gemeinsame Handelsregeln formuliert und sich unter anderem zum Ziel gesetzt, Zölle zu senken.

Wenn ein Mitglied findet, dass ein anderes Mitglied gegen diese Regeln verstößt, kann es sich bei der WTO beschweren. Die überprüft dann, ob ein Zoll gerechtfertigt ist.

Weltweites Zollniveau gesunken

Tatsächlich ist weltweit der Durchschnitt der Zölle gesunken. Die Daten der Weltbank zeigen, dass das weltweite Zollniveau der tatsächlich erhobenen Zölle 1994 noch bei 12,12 Prozent des Warenwertes lag. 2015 waren es nur noch 4,78 Prozent.

Die EU ist seit mehr als 25 Jahren eine Freihandelszone. Innerhalb der EU gibt es gar keine Zölle mehr. Auf viele Produkte, die von außen kommen, erhebt die EU aber durchaus Zölle. Das sind Einfuhrzölle oder Zölle, die Dumping verhindern sollen, so wie beispielweise gegenüber China.

Dumping bedeutet, dass Waren unter ihrem Wert verkauft werden. Der Anti-Dumping-Zoll verteuert den Import dieser Dumpingware und soll so die Einfuhr verhindern.

So liegt beispielsweise der normale Einfuhrzoll auf Fahrräder bei 15 Prozent. Bei chinesischen Fahrrädern verlangt die EU bis zu 48,5 Prozent zusätzlich - also auf die 15 Prozent obendrauf. Das führt dazu, dass die chinesische Ware teurer wird und sich der Kauf nicht mehr lohnt. Die Folge: Das inländische Produkt wird gekauft. Damit soll also die Fahrradindustrie der EU vor Dumping geschützt werden. In diesem Fall mit Zustimmung der WTO.

#kurzerklärt: Warum gibt es Zölle?
19.07.2018, Julia Henninger, SWR

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Wichtigster Handelspartner sind die USA

Der wichtigste Handelspartner der EU sind die USA. Die EU verlangt beispielsweise auf Weintrauben aus den USA 20 Prozent Zoll, auf Äpfel 17 Prozent. Im Schnitt verlangt die EU laut Wirtschaftsforschungsinstitut ifo auf Lebensmittel aus den USA 18,3 Prozent Zoll. Die USA fordern umgekehrt nur 8,3 Prozent. Auf Bekleidung aus den USA verlangt die EU im Schnitt 7,9 Prozent, die USA neun Prozent.

Produkte aus fast 5000 Warengruppen werden zwischen den USA und der EU gehandelt. Bei 48 Prozent der Produkte verlangt die EU einen höheren Zoll als die USA. Bei 30 Prozent verlangen die USA höhere Zölle. Laut ifo ist die EU bezüglich der Zollsätze insgesamt etwas protektionistischer als die USA.

US-Präsident Donald Trump plant Zoll-Erhöhungen, die die US-Wirtschaft schützen sollen. Die EU und Staaten wie China, Indien oder Russland haben sich bei der WTO bereits beschwert und inzwischen mit Gegenzöllen reagiert. Die WTO prüft zurzeit, ob die Zollerhöhungen der USA gerechtfertigt sind.

Doch in der Zwischenzeit können sich die Zölle und Gegenzölle weiter hochschaukeln, mit Folgen für die Weltwirtschaft.

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