Blick von der Raumstation ISS auf die Erde  | Bildquelle: dpa

#kurzerklärt Was bringt die Raumfahrt?

Stand: 06.06.2018 04:42 Uhr

Alexander Gerst bricht heute zu seiner zweiten Expedition ins All auf. Aufwand und Kosten der Forschung sind immens. Doch was bringt das alles für unseren Alltag?

Von Juliane Fliegenschmidt, WDR

Alexander Gerst wird auf der Internationalen Raumstation ISS wenig Freizeit haben: Sein Alltag ist jetzt schon bis ins kleinste Detail festgelegt. Astronautenzeit - so nennen das die Raumfahrtexperten - ist äußerst kostbar. Über 300 Experimente soll er in dem halben Jahr machen. Die meisten von ihnen sind Grundlagenforschung in Materialwissenschaften, Physik, Biologie und Medizin. Zum Beispiel leiden er und seine Kollegen in der Schwerelosigkeit unter Muskel- und Knochenschwund - Symptome ähnlich der bei älteren Menschen. Das wird hier untersucht.

#kurzerklärt: Was bringt Raumfahrt für unseren Alltag?
05.06.2018, Juliane Fliegenschmidt, WDR

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(Über-)irdische Alltagsgegenstände

Die positiven Effekte der Raumfahrt: Gegenstände des irdischen Alltags wie das Cerankochfeld und der Akkuschrauber. Lauter Nebenprodukte der Raumfahrt. Kochfelder werden aus Glaskeramik hergestellt - ursprünglich entwickelt für Teleskope. Akkugeräte wurden für den Außeneinsatz auf dem Mond entwickelt, weil man Geräte ohne Kabel brauchte.

Einsatz in der Medizin - und gegen Waldbrände

Auch in der Medizin wird All-Erfahrung genutzt: beispielsweise eine Software, die benachbarte Galaxien analysiert. Sie wurde weiterentwickelt und kann heute schwarzen Hautkrebs erkennen. Weltraumtechnik wird aber auch in der Prävention von Waldbränden eingesetzt. So wurde für die Rosetta-Mission, die den Kometen Tschurjumow-Gerassimenko erforscht hat, eine hochsensible Kamera entwickelt, die 60.000 Grau-Abstufungen unterscheiden kann. Auf der Erde eingesetzt, kann sie nun an der Rauchfarbe erkennen, ob und was brennt: Sind das Nebelschwaden oder ein Waldbrand? Brennen Bäume oder Plastikmüll? Diese Kamera ist unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern im Einsatz, um vollautomatisch Waldbrände zu melden.

Die Raumsonde "Rosetta" und der Komet 67P/Tschurjumow-Gerassimenko: Erforschung mit hochsensibler Kamera.

Antrieb für technologische Neuerungen

Viele dieser Entwicklungen hätte es auch ohne Raumfahrt gegeben, aber sie ist ein Antrieb für technologische Neuerungen. Bei der Miniaturisierung sind die Forscher immer an der Grenze des Machbaren: Bauelemente und Computerchips müssen sehr klein sein, damit sie in den engen Raum einer Rakete passen. Daneben müssen Materialien und Geräte im All effizient, langlebig und belastungsfähig sein. Eine Reparatur ist kaum möglich oder extrem aufwendig. Außerdem sollten sie enormen Temperaturen und hohen Strahlungswerten trotzen. Die Bedingungen im Weltall sind so hart wie nirgendwo auf der Erde. Haben die Wissenschaftler erst einmal eine Lösung dafür gefunden, gibt es meistens auch einen irdischen Nutzen.

Ohne Raumfahrt kein modernes Leben

Außerdem gibt es noch einen ganz entscheidenden Nutzen der Raumfahrt: Ohne sie würde das moderne Leben zusammenbrechen. Rund 1500 funktionstüchtige Satelliten schwirren um die Erde. Würde man sie ausschalten, fielen alle Navigationsgeräte aus. Es gäbe keine Wettervorhersagen, kein Satellitenfernsehen und keine Live-WM-Berichterstattung. Außerdem helfen sie bei der Rettung von Menschen nach Naturkatastrophen wie Erdbeben. Und in Zukunft soll es - dank Satelliten - auch in entlegensten Gebieten Internet geben.

Astronaut Alexander Gerst: Der Alltag auf der ISS wird eng getaktet sein

Kosten für Raumfahrt und die Folgen

Es gibt Kritiker, die die Ausgaben für Raumfahrt für zu hoch halten: 2017 waren es in Deutschland 1,47 Milliarden Euro aus Steuermitteln. Um die Kosten aufzuteilen, ist die ISS, wie fast alle Weltraum-Projekte, eine internationale Kooperation. An der ISS sind 15 verschiedene Länder beteiligt. Unter anderem Russland und die USA - egal welche politischen Auseinandersetzungen es weltweit gibt.

Die ganz großen Fragen

Die Raumfahrt bringt also viele Nebenprodukte für den Alltag - doch im Vordergrund stehen die großen Menschheitsfragen: Wie ist unsere Erde entstanden? Wie sieht das Universum Millionen Lichtjahre von uns entfernt aus? Letztlich geht es in der Erforschung des Alls vor allem um eins: menschlichen Wissensdrang.

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