Ein Facebook-Logo spiegelt sich auf einem Monitor. | Bildquelle: AFP

Facebook-Post Falscher Verdacht gegen Junge Union

Stand: 19.09.2018 17:12 Uhr

Die Junge Union ist in den Verdacht geraten, in einem Facebook-Post das Profil "Heinrich Himmler" markiert zu haben. Tatsächlich handelt es sich um den Missbrauch einer Funktion.

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Christopher Bonnen, tagesschau.de

Von Christopher Bonnen für ARD-faktenfinder

Ein Facebook-Beitrag der Jungen Union (JU) erweckt den falschen Eindruck, dass sich die CDU-Nachwuchsorganisation gemeinsam mit "Heinrich Himmler" bei Hans-Georg Maaßen für dessen Arbeit bedankt.

So kursiert in den sozialen Medien ein Screenshot des Posts, in dem zu lesen ist: "Junge Union Deutschlands ist mit Heinrich Himmler unterwegs." Viele Nutzer reagieren irritiert und empört, schließlich war Heinrich Himmler einer der führenden Köpfe des Nationalsozialismus und für zahlreiche Verbechen verantwortlich.

Der offenkundig manipulierte Facebook-Post der Jungen Union.

Was hat es mit diesem Facebook-Post auf sich? Philipp Müller, Bundesgeschäftsführer der Nachwuchsorganisation von CDU und CSU, betont: "Wir als JU haben diesen Beitrag so nicht gepostet." Auf Anfrage des ARD-faktenfinder erklärt er: "Bei unserem Facebook-Beitrag zur Ablösung von Hans-Georg Maaßen mussten wir den Missbrauch der Tagging-Funktion feststellen."

Tagging-Funktion ermöglicht Änderung

Tatsächlich können mit der Tagging-Funktion Facebook-Nutzer andere Profile in Beiträgen markieren. Bei Foto-Beiträgen ist es zudem möglich, Freunde direkt in den Bildern anderer zu verlinken. Voraussetzung ist, dass der Urheber des Fotos diese Funktion freigeschaltet hat. So kann auch die Beschriftung des Posts verändert werden. Facebook bestätigte auf Anfrage, dass dies möglich ist.

Dass die Junge Union ein Profil, das nach einem führenden Nationalsozialisten benannt ist, tatsächlich als Freund markiert, erscheint wenig plausibel. Es liegt nahe, dass die Tagging-Funktion in diesem Fall missbraucht wurde.

"Schnell gelöscht"

Der ursprüngliche Post ohne die Markierung sei zunächst unverändert mehrere Stunden online gewesen, sagt JU-Geschäftsführer Müller. Nachdem das Profil "Heinrich Himmler" markiert wurde, habe man schnell gehandelt. "Der Beitrag wurde umgehend gelöscht und die Funktion bis auf weiteres deaktiviert", sagt der JU-Geschäftsführer.

Zahlreiche Nutzer fertigten dennoch umgehend Screenshots verbreiteten diese weiter. So wurde der Post beispielsweise bereits im Umfeld der AfD geteilt, verbunden mit der Behauptung, die Junge Union sei ein Fall für den Verfassungsschutz. Mehrere Journalisten vermuteten hingegen, dass es sich um einen Fake oder Missbrauch handeln könnte. Die Seite "Watson" stellte den Sachverhalt zudem bereits richtig.

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