Die Rückseite der G20-Akkreditierung eines Journalisten. | Bildquelle: dpa

Pressefreiheit beim G20-Gipfel BKA: NDR-Reporter kein "Reichsbürger"

Stand: 17.07.2017 20:22 Uhr

Als NDR-Reporter Christian Wolf vor dem G20-Gipfel ins Pressezentrum einchecken will, wird er von Beamten aufgehalten. Ihre Begründung: Er sei ein "Reichsbürger". Nun entschuldigt sich das BKA für den Vorwurf.

Von Jenny Stern, BR

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Jenny Stern, BR

Der Einsatzleiter des Bundeskriminalamts (BKA) beim G20-Gipfel in Hamburg, Steffen Russ, hat sich in einem persönlichen Schreiben bei NDR-Reporter Christian Wolf für die "entstandenen Unannehmlichkeiten" entschuldigt.

Beamte hatten Wolf am Donnerstag vor dem G20-Gipfel den Zugang zum Pressezentrum verwehrt, weil der Journalist angeblich ein "Reichsbürger" sei. "Dem bedauerlichen Irrtum liegt eine Namensverwechslung zugrunde, die auf ein falsches Geburtsdatum zurückzuführen ist", teilte der Einsatzleiter dem Journalisten mit. Die NDR-Rechtsabteilung hatte zuvor nähere Details zu seinem Mitarbeiter angefordert und auch rechtliche Schritte wegen des Vorfalls in Betracht gezogen.

Der "Tagesspiegel" wollte am Donnerstag aus Sicherheitskreisen wissen, dass nun untersucht werden solle, wie es zu der Panne kommen konnte. Für Wolf ist das Thema mit der Entschuldigung des BKA aber abgehakt, wie er dem ARD-faktenfinder mitteilte.

Probleme bei G20-Akkreditierung
14.07.2017

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Was war passiert?

Am Donnerstag vor dem G20-Gipfel will der NDR-Reporter mit einem Kollegen das Pressezentrum in den Hamburger Messehallen betreten, da gibt es plötzlich ein Problem. "Auf einmal kamen ein Mann und eine Frau und sagten, sie müssten mit mir reden", so der Journalist.

Die Beamten hätten ihm erklärt, er sei bei einer neuen Sicherheitsüberprüfung auffällig geworden: Der Staatsschutz ermittle gegen ihn, weil er "Reichsbürger" sei. Seine Akkreditierung behalten die Beamten zunächst ein. Wolf hatte den Vorwurf, ein "Reichsbürger" zu sein, stets als "haltlos" und "völligen Quatsch" bezeichnet. Weder habe er jemals über die "Reichsbürger" berichtet, noch auf diesem Gebiet recherchiert.

Ein "Reichsbürger" auf der Liste

Insgesamt sollte 32 Journalisten die Gipfel-Akkreditierung nachträglich entzogen werden, allerdings waren nur neun von ihnen tatsächlich am Medienzentrum aufgetaucht.

Auf der Liste sollen sich angeblich auch ein "Reichsbürger" befunden haben sowie "mehrere Personen, die mit Straftaten aufgefallen waren". Im Gegensatz zu anderen betroffenen Journalisten hatte NDR-Reporter Wolf nach mehr als einer Stunde seine Akkreditierung jedoch zurück bekommen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Juli 2017 um 13:15 Uhr.

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