Bundeskanzlerin Angela Merkel lässt sich in Berlin mit Flüchtlingen fotografieren

Bundesregierung korrigiert Falschmeldung Flüchtlinge erhalten kein Weihnachtsgeld

Stand: 30.10.2018 11:11 Uhr

Es ist eine Falschmeldung, die schon vergangenes Jahr die Runde machte: Flüchtlinge erhielten in Deutschland angeblich 700 Euro Weihnachtsgeld. Die Bundesregierung reagierte nun mit einer Richtigstellung.

Von Wolfgang Wichmann, ARD-faktenfinder

In den vergangenen Tagen wird wieder einmal eine Meldung im Internet verbreitet, die davon spricht, Flüchtlinge in Deutschland hätten einen Anspruch auf Weihnachtsgeld. Diese Meldung kursierte mit identischem Inhalt bereits im vergangenen Jahr.

Dabei sollte die Ursprungsnachricht schnell als schlechter Witz zu erkennen sein. Die Meldung ist kurz und enthält viele Fehler. Ergänzt durch ein Selfie-Foto eines Flüchtlings mit Bundeskanzlerin Angela Merkel heißt es in wenigen Zeilen: "Wir das Bundeskanzleramt am Freitag mitteilte,gibt es fur jeden Flüchtling der vor dem ersten Oktober nach Deutschland eingereist ist 700 € Weihnachtsgeld. [...] Bundeskanzlerin Merkel hält diese geringe Summe als das mindeste das man für die Menschen aus den Kriegsgebieten aufbringen muss." Sowohl die Summe von 700 Euro, als auch das vermeintliche Statement Merkels sind frei erfunden.

Einfach auf Facebook zu teilen

Die Falschmeldung zum vermeintlichen Weihnachtsgeld für Flüchtlinge stammt von einer Webseite, die es besonders leicht macht, den Inhalt mit Freunden auf Facebook zu teilen: nachrichten.de.com. Wer sich die Seite nur etwas genauer ansieht, erkennt schnell, dass hier keine seriösen Meldungen zu erwarten sind. So findet sich nur kurz unterhalb des Meldungstextes ein Knopf mit der Aufschrift: "Erstelle deinen eigenen Witz" - Im Bereich "Über uns" heißt es dann:

24aktuelles.com - ist eine Internetseite die zur Unterhaltung dient, die falschen Witz werden von unseren Usern verfasst. Alle Witz dieser Seite sind frei erfunden und fiktiv, es ist alles nur Spaß!

Die Webseite verbreitet immer wieder teils spektakuläre Falschmeldungen: So meldete das Portal im vergangenen Jahr einen vermeintlichen Gefängnisausbruch eines Massenmörders in Kaiserslautern. Viele riefen darauhin bei der Polizei an. Die enttarnte die Meldung als Blödsinn: In Kaiserslautern gibt es nicht mal ein Gefängnis.

Der Betreiber der Seite, versucht seine Identität zu verschleiern: Als Domaininhaber ist eine "Privacy Corp." eingetragen, die ihr Geld damit verdient, Webseitenbetreiber anonym zu halten. Ihr Ziel ist wohl, mit klickstarken Meldungen über Werbeeinnahmen Geld zu verdienen.

Bundesregierung reagiert auf Facebook

Die Falschmeldung zum Weihnachtsgeld haben mehrere Medien bereits online richtiggestellt - wie beispielsweise der Verein Mimikama. Trotzdem wird wird sie weiter von Menschen verbreitet, die den Inhalt offenbar glauben.

Deshalb reagierte nun auch die Bundesregierung auf der eigenen Facebookseite und veröffentlichte eine Richtigstellung. Unter dem Schlagwort #klargestellt heißt es dort knapp: "Flüchtlinge erhalten KEIN Weihnachtsgeld."

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