Logo des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge auf einem Schild | Bildquelle: picture alliance / Geisler-Fotop

BAMF warnt vor Betrügern Erpresser drohen mit Abschiebung

Stand: 17.05.2017 10:36 Uhr

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat vor Betrügern gewarnt, die sich als Mitarbeiter der Behörde ausgeben. Telefonisch drohen die Unbekannten mit Abschiebungen, sollten Flüchtlinge nicht einen bestimmten Geldbetrag bezahlen.

Von Patrick Gensing, tagesschau.de

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Patrick Gensing, tagesschau.de

Unbekannte versuchen, mit der Angst vor Abschiebungen Geld zu machen. So warnt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vor Betrügern, die sich telefonisch als Mitarbeiter der Behörde ausgeben. Sie fordern, dass Flüchtlinge einen bestimmten Geldbetrag bezahlen, um eine angeblich bevorstehende Abschiebung zu verhindern.

Das BAMF betont in einer Mitteilung, diese Anrufe würden nicht von dem Amt stammen. Wer solche Anrufe erhalte, solle sich an die Behörde wenden. Auf keinen Fall sollten die von solchen Anrufen Betroffenen persönliche Daten oder Informationen herausgeben - und kein Geld an die Erpresser zahlen. Das BAMF erklärte gegenüber ARD-Faktenfinder, dieses Jahr hätten das Amt bislang 22 Anfragen erreicht, in denen Personen schilderten, sogenannte Fraud-calls erhalten zu haben.

Die aktuelle BAMF-Warnung

Das BAMF warnt vor erpresserischen Drohanrufen.

Masche bereits bekannt

Es ist nicht das erste Mal, dass Unbekannte mit der Angst vor Abschiebung Geld machen wollen. Bereits Ende 2013 hatte die Behörde gemeldet, indische Staatsangehörige seien von einer Nürnberger Telefonnummer aus angerufen worden. Den Betroffenen sei mit Abschiebung gedroht worden, sollten sie nicht einen bestimmten Geldbetrag überweisen. Das BAMF erstattete Strafanzeige.

Im August 2016 berichtete die Polizei in Hessen über entsprechende Anrufe bei einer 24-jährigen Studentin in Marburg. Die Inderin sei von einem vermeintlichen Behördenmitarbeiter sieben Mal angerufen und unter Druck gesetzt worden. Da sie laut Polizeiangaben den geforderten Geldtransfer per Western Union nicht leisten konnte, forderte der Anrufer sie auf, den geforderten Betrag von 2000 Euro durch den Kauf von i-Tunes-Karten und Übermittlung der Codes zu begleichen.

Im Display des Telefons der Studentin seien mit Computerprogrammen gefälschte Telefonnummern erschienen, die tatsächlich existieren und zum BAMF gehören.

Briefe zur "Ausländerrückführung"

Neben erpresserischen Drohungen gibt es auch ähnliche Aktionen, die politisch motiviert sind. So waren unter anderem in Bremen gefälschte Abschiebebescheide aufgetaucht. Die "taz" berichtete im September 2015, die Innenbehörde der Hansestadt ginge von einem ausländerfeindlichen Hintergrund aus.

Bereits im Jahr 2009 hatte die NPD eine "Bekanntmachung über die geordnete Heimreise von Personen mit Migrationshintergrund in ihre Herkunftsländer" zeitgleich an 22 Abgeordnete von Berliner Bezirksverordnetenversammlungen geschickt. Ein NPD-Politiker wurde wegen Volksverhetzung verurteilt.

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