Waffen bei Migrantenschreck

Waffenhandel und Fake News Rechtsextremist nach Deutschland ausgeliefert

Stand: 29.06.2018 11:18 Uhr

Der Rechtsextremist Mario R. ist von Ungarn nach Deutschland ausgeliefert worden. Die Staatsanwaltschaft Berlin wirft ihm Waffenhandel und Volksverhetzung vor.

Von Konstantin Kumpfmüller, MDR

Der mutmaßliche Betreiber der Seiten "Migrantenschreck" und "Anonymous News" Mario R. ist zurück in Deutschland. Der 34-Jährige wurde am Donnerstag den deutschen Behörden überstellt, wie die Berliner Generalstaatsanwaltschaft mitteilte.

Ende März war er von ungarischen Spezialkräften in seiner Budapester Wohnung festgenommen worden. Ihm wird illegaler Waffenhandel, Volksverhetzung und Verleumdung vorgeworfen. In mindestens 193 Fällen soll er über die Seite "Migrantenschreck" Waffen verkauft haben. Die Seite "Anonymous News" verbreitete Falschmeldungen über Flüchtlinge und irreführende Inhalte.

R. befand sich in zuletzt in ungarischer Haft. Seine Auslieferung nach Deutschland hatte sich verzögert, weil er dagegen Beschwerde eingelegt hatte. Heute soll ihm in Berlin der Haftbefehl verkündet werden.

"Anonymous News" ist wieder aktiv

Nach R.s Festnahme war erst mal Stillstand: Die Seite "Migrantenschreck" verschwand aus dem Netz. Bei "Anonymous News" erschien nach dem 28. März 2018, dem Tag der Festnahme, erst mal lange Zeit kein Artikel mehr.

Am 9. Juni meldete sich die Seite mit einem Artikel zurück. Seit dem 17. Juni werden wieder täglich Beiträge veröffentlicht. Oftmals drei an einem Tag. Die Reichweite der Seite wächst seitdem wieder. Dem Zähler auf "Anonymous News" zufolge werden die Artikel, die seit dem 9. Juni veröffentlicht wurden, im Schnitt mehr als 8000 mal angeklickt und mehr als 600 mal über soziale Netzwerke geteilt.

Ein Artikel, in dem behauptet wird, Merkel bereite die Zerstörung Deutschlands vor, wurde demnach mehr als 100.000 mal angeklickt und mehr als 7000 mal geteilt.

Dass "Anonymous News" lange Zeit inaktiv war, schien den Verdacht zu bestätigen, R. sei allein für die Seite verantwortlich. Die Staatsanwaltschaft Berlin teilte mit, dass die Ermittlungen wegen "einer seit wenigen Tagen wieder aktiven Seite" andauerten.

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