Das Logo von Whatsapp | Bildquelle: dpa

Maßnahmen gegen Fake News WhatsApp schränkt Weiterleitung ein

Stand: 22.01.2019 09:18 Uhr

Um die schnelle Verbreitung von Fake News zu behindern, schränkt WhatsApp eine Funktion ein. Künftig kann eine Nachricht nur noch an fünf Empfänger weitergeleitet werden. Indien war nach Lynchmorden Vorreiter der Einschränkung.

Im Vorgehen gegen die Verbreitung von Falschnachrichten schränkt WhatsApp die Weiterleitung ein. Mit den neuesten WhatsApp-Versionen könne eine Nachricht fortan nur noch an fünf Empfänger weitergeschickt werden, teilte die Facebook-Tochter mit. Damit konzentriere sich der Messengerdienst auf den privaten Austausch von Inhalten mit "engen Kontakten". Bislang konnte eine Nachricht bis zu 20 Mal an einzelne Personen oder auch Gruppen weitergeleitet werden.

Die neue Version von WhatsApp soll zuerst für das Android-System zur Verfügung stehen, danach folgen Apple-Geräte mit iOS.

Indien forderte Maßnahmen

Indien war Vorreiter für die Einschränkung. Im vergangenen Jahr hatte die Regierung in Delhi von der Firma WhatsApp und der Muttergesellschaft Facebook wirkungsvolle Maßnahmen verlangt, um die unkontrollierte Verbreitung von Falschinformationen zu unterbinden.

Vorausgegangen war eine Welle von Gewalt in vielen indischen Städten, weil sich manipulierte und gefälschte Videos über WhatsApp-Gruppen verbreitet hatten. Unbescholtene Männer und Frauen wurden von aufgebrachten Menschenmengen brutal zusammengeschlagen, weil sie für Kindesentführer gehalten wurden. Einige Menschen wurden sogar zu Tode geprügelt. Im Laufe eines Jahres soll es mindestens 20 Lynchmorde gegeben haben.

Der Innenminister des Bundesstaates Maharashtra rief im indischen Fernsehen zu Besonnenheit auf. Er "appelliere an die gesamte Bevölkerung, nicht alles zu glauben, was über die sozialen Netzwerke verbreitet wird". Falls es einen Verdacht gebe, solle man die Polizei informieren. "Aber niemand darf das Gesetz in die eigene Hand nehmen. Und wer Falschnachrichten verbreitet, wird ebenfalls hart bestraft." Die Polizei fuhr mit Lautsprecherwagen durch zahlreiche Städte und Dörfer, um über Fake News und ihre Folgen aufzuklären.

Auch in Kenia und Nigeria hatten Fake News Konflikte angeheizt und zu einer Eskalation beigetragen. Faktenchecker Alphonce Shiundu von der Organisation "Africa Check" betonte, in Kenia hätten "39 Millionen Menschen ein Handy. Sieben Millionen sind auf Facebook und doppelt so viele auf WhatsApp. Das heißt: Es gibt einen riesigen Empfängerkreis, in dem sich alles verbreitet wie ein Lauffeuer."

Auch in Deutschland werden gezielte Falschmeldungen über WhatsApp verbreitet, beispielsweise musste die Polizei Gerüchte dementieren, es habe im Unterallgäu eine Attacke mit einem Lieferwagen gegeben.

WhatsApp wurde 2009 gegründet und 2014 von Facebook gekauft. Der Messengerdienst wird nach Konzernangaben weltweit von 1,5 Milliarden Menschen genutzt, die Tag für Tag 65 Milliarden Nachrichten verschicken. Das Unternehmen ruft auf seinen Seiten dazu auf, die Verbreitung von Gerüchten und Fake News zu unterbinden und gibt Tipps, worauf Nutzer achten sollten.

Mit Informationen von Bernd Musch-Borowska, ARD-Studio Südasien

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