Lukas Podolski auf einem Jet-Ski während der WM 2014 in Brasilien | Bildquelle: dpa

Nach peinlichem Bildfehler Lukas Podolski will "Breitbart" abmahnen

Stand: 20.08.2017 22:05 Uhr

Die rechte Nachrichtenseite Breitbart war bei ihrer Bildauswahl schlampig. Für einen Bericht über Flüchtlinge auf Jet-Ski wählte sie ein Foto von Lukas Podolski. Nun hat der Ex-Fußballnationalspieler seinen Anwalt eingeschaltet.

Von Christoph Tanneberger, tagesschau.de

Das dürfte kein schöner Anblick für Ex-Nationalspieler Lukas Podolski gewesen sein: Das erzkonservative US-Internetportal "Breitbart" berichtete am vergangenen Freitag über Schleuserkriminalität in Spanien - und stellte einfach ein Foto von Lukas Podolski dazu - vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen.

"Lukas ist nicht erfreut", sagte Simon Bergmann dem ARD-faktenfinder. Der Rechtsanwalt vertritt den ehemaligen Fußball-Nationalspieler und kündigte an, "Breitbart" wegen der Verwendung des Bildes abzumahnen.

Foto von WM 2014

Auf dem ursprünglichen Foto ist ein offenbar fröhlicher Lukas Podolski zu sehen: Das Bild zeigt, wie er als Beifahrer auf einem Jet-Ski sitzt. Er trägt eine Sonnenbrille und das deutsche Nationaltrikot, darüber eine Schwimmweste. Mit den Fingern seiner rechten Hand formt er das Victory-Zeichen. Das Bild stammt nach dpa-Angaben aus der Zeit der Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien.

"Breitbart" nutzte das Foto als Symbolbild für eine Meldung der "Agence France-Presse". Die französische Nachrichtenagentur berichtet darin über eine Schleuserbande, die der spanischen Polizei ins Netz gegangen war. Sie soll Flüchtlinge auf Jet-Ski über die Meerenge von Gibraltar nach Spanien gebracht haben.

Leser haben auf Irrtum hingewiesen

Die AFP-Meldung hat es tatsächlich gegeben. Das Foto von Podolski steht aber in keinem Kontext zu ihr. Trotzdem war das Bild nach der Veröffentlichung der "Breitbart"-Meldung am Freitag noch bis etwa Sonntagmittag online. Nachdem mehrere Nutzer und Medien auf den Irrtum hingewiesen hatten, tauschte die Redaktion das Foto schließlich aus.

Mit der "WayBackMachine" kann die ursprüngliche Version der "Breitbart"-Meldung angezeigt werden.

Außerdem veröffentlichte der britische Ableger der Seite von Stephen Bannon, dem erst kürzlich zurückgetretenen Berater von US-Präsident Donald Trump, eine Entschuldigung: "Das Bild erschien als Illustration einer Person auf einem Jet Ski", heißt es. "Breitbart London" wolle sich bei Herrn Podolski entschuldigen. "Es gibt keine Beweise dafür, dass Herr Podolski einer Schlepperbande angehört oder als Schlepper tätig ist."

Anwalt will notfalls vor Gericht

Anwalt Bergmann reicht diese Entschuldigung nicht: "Ich möchte sicherstellen, dass die Seite das Bild in diesem Zusammenhang auch in Zukunft nicht mehr verwendet, auch nicht versehentlich", sagte er. Deswegen wolle er für seinen Mandanten auch vor Gericht ziehen, sollte Breitbart freiwillig keine Unterlassungserklärung abgeben.

Mit Informationen von dpa.

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