Manipuliertes Bild von Kanzlerin Merkel der Facebookseite von Khasenews

Satire-Bild schlägt Wellen Die Kanzlerin ohne Kopftuch

Stand: 05.05.2017 09:35 Uhr

Es war eines der Themen zur Saudi-Arabien-Reise von Kanzlerin Merkel: Ihr Auftreten ohne Kopftuch, in einem Land, das den Frauen genau dies vorschreibt. Eine Satire-Gruppe reagierte und viele fielen darauf herein.

Von Wolfgang Wichmann, tagesschau.de

Wolfgang Wichmann Logo tagesschau.de
Wolfgang Wichmann, tagesschau.de

Die Kanzlerin und die Pflicht zur Verschleierung für Frauen in Saudi-Arabien: Es war ein Thema während des Besuchs von Angela Merkel am 30. April in dem Land am Persischen Golf. Die Abaya ist dort für Frauen vorgeschrieben - ein bodenlanges schwarzes Gewand, das vom Hals abwärts den ganzen Körper verhüllt. Dazu tragen Frauen in der Regel ein Kopftuch und einen Gesichtsschleier.

Auch die tagesschau griff das Thema in ihren Sendungen auf und stellte klar: Die Kanzlerin werde in Saudi-Arabien keine Abaya anlegen. Und auch für mitreisende Journalistinnen gilt: Kein Abaya-Zwang, sofern man sich in Merkels Delegation bewegt.

Satire-Seite stellt verpixeltes Bild ins Netz

Dass das Thema interessiert, stellte nach dem Besuch der Kanzlerin die arabisch-sprachige Facebookseite Khase News fest. Die Betreiber posteten ein Bild, das Kanzlerin Merkel mit verpixeltem Haar im saudischen Fernsehen zeigt. Der Begleittext dazu: "Just for fun.." Das Foto zeigt das Logo der satirischen Facebook-Seite, wohl auch um Missverständnisse zu vermeiden. "Satire Nachrichten" heißt es unter dem Logo - der Schriftzug auf dem Foto lautet: "Merkel auf einem saudischen TV-Kanal".

Zusatztext ist bald verloren

Schnell wurde das Foto auf der Seite entdeckt und in andere Netzwerke kopiert und verbreitet - zum Teil auch auf Webseiten veröffentlicht. Der Zusatz "Nur zum Spaß" ging bald verloren. Die englischsprachige Internetseite Buzzfeed vollzog den Weg des Merkel-Bilds im Detail nach. Auch die österreichische Website mimikama.at berichtete über den Weg des manipulierten Fotos.

Verbreitung über Foto-Plattformen und Foren

So landete das Bild beispielsweise auch auf einer russischen Internetseite mit dem Namen Pikabu. Die Überschrift dort: "Zensur im saudischen Fernsehen ))". Auch andere Fotoplattformen sorgten für die Weiterverbreitung im Netz. So landete das Satire-Bild unter anderem auf den Webseiten imgur und 4chan.

Über 4chan ist gerade erst wegen der Verbreitung von Gerüchten über den französischen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron berichtet worden. Der Text zum Satire-Bild auf 4chan: "Saudi-TV zensiert Merkels Haar".

Massive Verbreitung als Falschmeldung bei Twitter

Besonders schnell verbreitete sich das manipulierte Merkel-Bild schließlich auf Twitter, nachdem es eine Userin mit dem Namen Sarah Abdallah veröffentlichte. Binnen Stunden wurde der Tweet mehr als 20.000 Mal von anderen Nutzern geteilt oder mit "Gefällt mir" bewertet. Der Begleittext in diesem Fall schlicht falsch. "Not a joke: Das neue Mitglied der UN-Menschenrechtskommission zensiert das Haar der deutschen Kanzlerin im saudischen Fernsehen".

Sarah Abdallah kommentierte ihren Tweet mit einer zweiten Kurznachricht: "Dieses Bild wurde als Fälschung enttarnt. Aber die Scheinheiligkeit der Wahl von Saudi-Arabien in die UN-Menschenrechtskommission war kein Fake!" Dieser Tweet wurde gerade einmal 288 Mal geteilt.

Doch stellten manche dem manipulierten Foto bei Twitter Aufnahmen entgegen, die tatsächlich von Merkel im saudischen Fernsehen liefen. Da war Merkel zu sehen, wie es zuvor auch angekündigt worden war: die Kanzlerin ohne Abaya, ohne Kopftuch und ohne Gesichtsschleier - und unverpixelt.

Eine Satire Gruppe hat Merkels Haare verpixelt - als Reaktion auf ihr Auftreten ohne Kopftuch.
05.05.2017

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 30. April 2017 um 23:15 Uhr.

Darstellung: