Putin und Macron in Versailles | Bildquelle: REUTERS

Pressekonferenz mit Putin Macron kritisiert RT und Sputnik scharf

Stand: 30.05.2017 14:59 Uhr

Frankreichs Präsident Macron hatte sich im April Vorwürfe eingehandelt, er diskriminiere russische Medien. Nun stellte Macron in Anwesenheit Präsident Putins klar: Professionelle Medien erhalten Zugang, Propagandasender nicht.

Von Silvia Stöber, tagesschau.de

Es war ein schwerer Vorwurf, den das russische Außenministerium im April gegen Emmanuel Macron erhob: Er diskriminiere russische Medien und missachte die Medienfreiheit.

Silvia Stöber Logo tagesschau.de
Silvia Stöber, tagesschau.de

Tatsächlich hatte Macrons Bewegung "En Marche!" im Wahlkampf die russischen Sender Russia Today (RT) und Sputnik vom Zugang zur Wahlkampfzentrale und von seinen Wahlkampfveranstaltungen ausgeschlossen.

Während des Besuchs von Russlands Präsident Wladimir Putin in Frankreich bot sich Macron nun Gelegenheit, seine Position zu den vom russischen Staat finanzierten Medien zu erläutern. Bei der Pressekonferenz der beiden Präsidenten fragte eine Journalistin von Russia Today France mit Bezug auf die Schwierigkeiten für die russischen Sender, wie Macron seine Beziehung zu den ausländischen Journalisten gestalten wolle.

Pressekonferenz von Macron und Putin in Versailles
30.05.2017

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Macron stellte klar: Wenn Vertreter von Presseorganen schamlose Lügen verbreiteten, seien sie keine Journalisten mehr. "Russia Today und Sputnik waren während der Wahlkampagne Agenten der Einflussnahme, die mehrfach Unwahrheiten über mich und meine Kampagne verbreitet haben. Deshalb bin ich zu der Ansicht gekommen, dass sie keinen Platz in meinem Hauptquartier haben", sagte Macron.

Professionelle ausländische Journalisten hingegen, die russisschen eingeschlossen, hätten hingegen Zugang zu seiner Kampagne gehabt. "Ich habe vorbildliche Beziehungen zu Journalisten, aber sie müssen sich wie Journalisten verhalten."

Gerüchte über Geschäftsverbindungen

Sputnik und RT France hatten zum Beispiel im Februar, basierend auf einem Artikel der russischen Zeitung "Iswestija", von Gerüchten und bevorstehenden Enthüllungen über den ehemaligen Wirtschaftsminister und Investmentbanker beim Geldhaus Rothschild berichtet.

Sputnik veröffentlichte zudem ein Interview mit dem französischen Abgeordneten Nicolas Dhuicq. Darin behauptete der pro-russische Republikaner, Macron werden von einer "sehr reichen Gay Lobby" unterstützt und sei ein Agent des US-Bankensystems.

Als es zudem Hackerangriffe auf die Bewegung "En Marche" gab, beklagte sich Macrons Wahlkampfmanager über Versuche russischer Einflussnahme gegen den Kandidaten, der sich für die EU stark gemacht hatte und Russland gegenüber kritisch auftrat.

Auch der damalige französische Außenminister Jean-Marc Ayrault warnte Russland vor Einflussnahme im Wahlkampf.

Putin, der mit bewegtem Lippenspiel den Ausführungen Macrons folgte, erklärte seinerseits, es sei nicht bewiesen, dass russische Hacker versucht hätten, Einfluss auf den Wahlkampf in Frankreich zu nehmen. Er wolle dies deshalb nicht kommentieren.

Macron sagte schließlich, er habe mit Putin bereits kurz nach seiner Wahl darüber gesprochen. "Ich habe dem Präsidenten gesagt, was ich zu sagen hatte." Nun sei das Ganze Vergangenheit.

Darstellung: